D. Osnabrück als Bildungs- und Hochschulstandort

Bildung wie auch Wissenschaft und Forschung sind lebenslange Prozesse. Wir geben Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen jeden Alters Zeit und Raum zur Entfaltung. Denn unser Ziel ist gute Bildung für alle. Dafür machen wir das kommunal Machbare möglich und schaffen gute, verlässliche und zukunftsorientierte Rahmenbedingungen für unsere Schulen und Hochschulen in der Bildungs- und Wissenschaftsregion Osnabrück.

Gute Schulen für gleiche Chancen

Bildung ist die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben mit gesellschaftlicher Teilhabe. Ein gutes Bildungssystem fördert Zukunftskompetenzen auf allen Ebenen: Kooperation, Kommunikation, Kreativität, kritisches Denken. Jedes Kind, jeder Mensch hat das Recht, dass ihm alle Bildungschancen offenstehen und ihm optimale Bildungsangebote bereitgestellt werden. Bildungspolitik ist zwar in erster Linie Ländersache, aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten steht die Stadt Osnabrück in der Verantwortung, Chancen und Bildungsgerechtigkeit zu fördern. Sie muss dieser Verantwortung unter anderem durch ein gutes Kita- und Krippenangebot, strategische Schulentwicklungsplanung, Bildungsberatung und einer angemessenen räumlichen Ausstattung nachkommen. Allein in unsere Schulgebäude in städtischem Besitz wird der städtische Eigenbetrieb Immobilien bis 2025 fast 170 Millionen Euro investieren. Hinzu kommen Zuschüsse für die Schulgebäude und Schulausstattung auch für andere Schulträger in ähnlicher Höhe. Wir sehen auch den Landkreis in der Pflicht, sich durch ein kostendeckendes Gastschulgeld nicht nur an den laufenden Kosten, sondern ebenfalls an den Investitionskosten von Schulen zu beteiligen.

Die Bildungslandschaft in Osnabrück leistet bereits sehr viel – insbesondere dank engagierter Kollegien. Je besser die öffentlichen Bildungsangebote sind, umso besser können Kinder unabhängig vom Elternhaus gefördert werden. In diesem Sinne wollen wir die Vernetzung möglichst aller Bildungsakteur*innen für eine optimale Gestaltung der Bildungslandschaft in Osnabrück stärken. Wir initiieren daher den Aufbau eigener bildungspolitischer Kompetenz in der Verwaltung. Denn Verwalten allein ist hier zu wenig. Durch Konzepte zur Bildung für nachhaltige Entwicklung, Vernetzung von Kultur und Schule,  Bildungsberatung von Eltern und vielem mehr können wir einen Beitrag leisten, damit Kinder, Jugendliche und alle Lernenden befähigt werden, eine selbstbestimmte und nachhaltige Zukunft zu gestalten.

 

Schule als Ort und Zeit des Lebens

Kinder verbringen viel Lebenszeit in der Schule. Daher muss sie lebenswert gestaltet sein. Wir setzen uns für eine lernfördernde sowie kinder- und jugendgerechte Ausstattung der Räume und Außenanlagen ein. Eine Schule muss ihren Schüler*innen auch das Spielen, Erholen und Sporttreiben im Grünen oder eine Pause mit Freund*innen in der Schulcafeteria ermöglichen. Neugestaltung muss mehr bedeuten als nur neuer Beton. Das Konzept der „Phase Null“ soll auch in Osnabrück Schulbaumaßnahmen effizienter, bedarfsgerechter und zukunftsfähiger machen. Durch die Entwicklung eines tragfähigen inhaltlichen und räumlichen Konzepts durch viele Akteur*innen im Vorfeld der konkreten Planung und als Grundlage von Wettbewerben, werden Anforderungen von Lehrenden und Lernenden berücksichtigt, Wohlbefinden, Identifikation und Akzeptanz gesteigert und langfristig Kosten gespart. Mit den notwendigen Investitionsbedarfen dürfen die Kommunen nicht allein gelassen werden. In unseren Schulen treffen Kinder und Jugendliche mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen aufeinander. Dies erfordert nicht nur individuelle Lernförderung, sondern stellt auch eine große Herausforderung für das tolerante Zusammenleben aller Beteiligten dar. Wir wollen, dass Lehrer*innen durch hochwertige Weiterbildungsangebote und multiprofessionelle Teams aus Sozialpädagogen*innen, Psychologen*innen sowie Schulsozialarbeit unterstützt werden.

Auf Basis der entsprechenden UN-Konvention muss die inklusive Beschulung von Schüler*innen an allen Schulformen ermöglicht werden. Sie haben ein Recht darauf. Die inklusiven Schulen müssen daher zielgenau und angemessen ausgestattet werden. Bei den entsprechenden Planungen wollen wir den Arbeitskreis Inklusion weiterhin stark einbeziehen und auch die Gymnasien unterstützen, Inklusion erfolgreich umzusetzen.

Bildungspolitik und Sozialpolitik gehören zusammen. Bildungsorte müssen dementsprechend eingebettet sein in Netzwerke sozialer Unterstützungsleistungen, die das Leben von Kindern und Jugendlichen ganzheitlich betrachten, passgenaue Hilfen anbieten und verhindern, dass Einzelne den Anschluss verlieren. Die sozialen Dienste und die Schulen müssen ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen, damit mehr Kommunikation zwischen den jeweiligen Ansprechpartner*innen stattfindet. Schulsozialarbeit braucht für nachhaltige Konzepte eine angemessene finanzielle Ausstattung. Insbesondere in Zeiten des Lockdowns hat sich gezeigt, wie wichtig und wertvoll diese Unterstützung in den Schulen ist. Nicht nur vor dem Hintergrund der entstandenen Kollateralschäden der Pandemie, insbesondere auch im Sozialen und bei der psychischen Gesundheit der Jugendlichen, ist die Bedeutung dieses Bereichs wichtiger geworden und muss die Unterstützung ausgebaut werden. Schulsozialarbeit leistet unverzichtbare Präventionsarbeit.

Für eine glückliche Schulzeit ist es auch entscheidend, dass die Schule für alle ein diskriminierungsfreier und sicherer Ort ist. Dafür muss das pädagogische Personal fortgebildet und insbesondere Kinder und Jugendliche mit Diskriminierungserfahrung müssen gestärkt und ermächtigt werden. Die Stadt Osnabrück kann mit einer gestärkten Antidiskriminierungsstelle hier unterstützen. Wichtige Projekte wie das Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekt SCHLAU Osnabrück mit Workshops zu geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung sollen allen Schulen angeboten werden können.

 

Gutes Essen für besseres Lernen auf die Teller

Damit Kinder lernen können, brauchen sie eine gesunde und vollwertige Verpflegung, die aber auch den Geschmackstest von Kindern bestehen muss. Das Ernährungsverhalten wird während der Kindheit und Jugendzeit wesentlich geprägt. Hier werden Geschmacksvorlieben und -abneigungen gebildet und die Weichen für einen gesundheitsbewussten Lebensstil im Erwachsenenalter gestellt. Eine gute, abwechslungsreiche und auf die Bedarfe der Heranwachsenden abgestellte Schulverpflegung ist unverzichtbar. Die Stadt Osnabrück muss überall, wo sie Einfluss- und Handlungsmöglichkeiten hat, dafür Sorge tragen, dass Klima und Umwelt bei der Lebensmittelherstellung geschont und gesunde Lebensmittel produziert und angeboten werden. Zugleich müssen faire Arbeits- und transparente Produktionsbedingungen in der Lieferkette herrschen. Diese Aspekte sollen sich als Bestandteile einer Bildung für nachhaltige Entwicklung noch mehr im schulischen Alltagsleben wiederfinden. Wir wollen, dass jede Schule gesunde und ausgewogene Schulmahlzeiten anbietet und setzen dabei auf ökologisch produzierte, fair gehandelte, regionale und saisonale Lebensmittel. In einem ersten Schritt fordern wir einen Anteil von 30 Prozent biologisch erzeugten Lebensmitteln, im Wesentlichen sichergestellt über Grundnahrungsmittel wie Gemüse, Nudeln oder Reis. Bis zum Ende der Legislaturperiode ist der Bio-Anteil auf 50 Prozent zu steigern. Produkte von Produzent*innen aus dem globalen Süden müssen nachweislich aus fairem Handel stammen. Das Fleischangebot wird reduziert und Convenience-Produkte werden zugunsten frischer Zutaten, vorzugsweise aus regionaler Produktion und nach saisonaler Verfügbarkeit, ersetzt. Einwegverpackungen sind konsequent zu vermeiden. In Musterausschreibungen werden diese Leistungen festgeschrieben. Über viele andere Punkte dürfen Schulen und Kitas mitbestimmen. Über die Einhaltung der Leistungsbeschreibungen wacht unter anderem die städtische Ökotrophologin. Wir wollen mit Hilfe der Stadt Osnabrück leistungsfähige Strukturen für eine gesunde und ökologische Gemeinschaftsverpflegung aufbauen. Dazu zählen Möglichkeiten des gemeinsamen Einkaufs größerer Mengen und des Aufbaus guter Küchen, die mit kurzen Wegen hochwertiges Essen für Gemeinschaftsverpflegung in ihrem Umfeld zur Verfügung stellen. Das sichert Effizienz, Qualität und steigert die Optionen der Direktvermarktung von regionalen Erzeuger*innen. Es darf weiterhin kein Kind aus finanziellen Gründen vom Schulessen ausgeschlossen werden. Schulen, die ein Schulfrühstück anbieten, werden wir unterstützen.

 

Gute Basis für alle: Grundschulen stärken

Für uns gilt im Grundschulbereich das Prinzip „Kurze Beine – kurze Wege“. Deshalb stehen für uns Grundschulbezirke nicht zur Debatte. Wir wollen, dass Kinder in ihrem Wohn- und Sozialumfeld gemeinsam mit anderen Kindern aus dem Stadtteil zur Schule gehen. Damit sorgen wir auch für Sicherheit auf dem Schulweg. Gefährdungen durch „Elterntaxis“ müssen endgültig der Vergangenheit angehören. An Grundschulen wird seit Jahrzehnten erfolgreich gemeinsam gelernt. In Grundschulen wird der Grundstein für das Gelingen der Schullaufbahn gelegt. Gerade deshalb brauchen sie multiprofessionelle Teams und entsprechende Ausstattungen, um jedes Kind möglichst optimal zu fördern. Eine engere Zusammenarbeit der Schulen soll Kindern den Übergang zu den weiterführenden Schulen erleichtern und die nahtlose Weiterführung von Unterstützungsleistungen sicherstellen.

 

Für mehr Ganztag in Grundschulen

Wir wollen die Umwandlung aller Grundschulen in Ganztagsschulen erreichen. Das Rahmenkonzept der Stadt bietet hierfür einen guten Ausgangspunkt. Auch weiterführende Schulen sollen zu Ganztagsschulen ausgebaut werden können. Der Ganztag an Schulen soll nicht nur Wissen vermitteln, sondern soziale Kompetenzen und das Miteinander fördern sowie eine stärkere Verknüpfung zwischen Lernen, Erfahren, Erforschen und Erproben gewährleisten. Gebundene Ganztagsschulen leisten einen Beitrag zur Chancengleichheit und bieten Gelegenheit, das pädagogische Konzept stärker auf die Bedürfnisse der Schüler*innen abzustimmen. Es wird ein beweglicher Tages- und Wochenrhythmus etabliert, der Bewegungsdrang, Konzentrationsfähigkeit, Lernwünsche und Erholungsbedürfnisse berücksichtigt. Der Wechsel von Lern- und Freizeitaktivitäten, von Ruhe und Bewegung, von Anspannung und Entspannung ermöglicht Schüler*innen nachhaltiges Lernen, das auch Spaß macht. Bei der Planung von Ganztagsangeboten sollen Schulen mit benachbarten Schulen und lokalen Jugendhilfeeinrichtungen sowie nicht-schulischen Bildungsangeboten kooperieren und sich in ihren jeweiligen Kompetenzen stärker wahrnehmen und ergänzen. Die Kooperation mit außerschulischen Angeboten und Bildungseinrichtungen erhöht die Qualität von Schulen. Osnabrück bietet mit der Musik- und Kunstschule, der Theaterpädagogik, dem Lernstandort Nackte Mühle oder dem Museum am Schölerberg, aber auch mit den Angeboten freier Kulturträger oder den Sportvereinen zahlreiche Anknüpfungspunkte. Dadurch können die Schulen zugleich stärker in ihre Stadtteile eingebunden werden.

 

Längeres gemeinsames Lernen möglich machen

Wir stehen für möglichst langes gemeinsames Lernen, um jedem Kind die Chancen auf alle Bildungsabschlüsse zu ermöglichen. Alle jungen Menschen sollen unabhängig vom Bildungsgrad und Einkommen ihrer Eltern den bestmöglichen Bildungsgrad erwerben können. Dabei muss die individuelle Entwicklung der jungen Menschen im Mittelpunkt stehen. Die Gestaltung des Lernens als Prozess, in dem jedes Kind in eigenem Tempo lernen kann, ermöglicht eine individuelle und faire Beurteilung der erreichten Fortschritte ohne vergleichende und häufig demotivierende Bewertung. Unser Bildungssystem muss insgesamt durchlässiger, gerechter und leistungsfähiger werden. Gerade an Schulen des längeren gemeinsamen Lernens gelingt es vielen Schüler*innen, höhere Abschlüsse zu erreichen, als es ihnen anfangs zugetraut wurde. Die integrierte Gesamtschule ist dafür die beste Schulform. Längeres gemeinsames Lernen muss klares Ziel der Schulentwicklungsplanung sein.  Mit der Umwandlung der Haupt- und Realschulen gehen wir einen ersten Schritt zu gemeinsamem Lernen und weg vom gegliederten Schulsystem. Uns ist es gelungen, eine Elternbefragung im Rahmen des Schulkompromisses zu erreichen und damit eine Perspektive für eine weitere integrierte Gesamtschule in Osnabrück zu eröffnen. Wir begrüßen, dass die ab Sommer neu ihre Arbeit aufnehmenden Oberschulen sich verstärkt den Themen Inklusion und Teilhabe, längere gemeinsames Lernen und Berufsorientierung widmen. Wir möchten, dass sich Schulen an weiteren Standorten unter Beteiligung ihrer Kollegien entwickeln, an denen längeres gemeinsames Lernen möglich ist. Die Umwandlung der Realschulen in Oberschulen geht mit einer verbesserten Ausstattung einher. Der Aufbau mindestens einer weiteren integrierten Gesamtschule bleibt unser klares schulpolitisches Ziel.

Abschulungen und Wiederholungen müssen verhindert werden. Studien zeigen, dass sie in Bezug auf schulische Leistungen unwirksam sind. Außerdem reißen sie Schüler*innen aus ihrer sozialen Umgebung. Um das zu vermeiden, soll es gezielte Unterstützung durch Beratung und Begleitung geben. Dadurch kann im bestehenden gegliederten Schulsystem auch die Durchlässigkeit nach oben erhöht werden. Dafür wollen wir in der Stadtverwaltung die Strukturen verbessern, indem die Bereiche Bildung und Jugendhilfe stärker zusammenarbeiten.

 

Schulen fit machen für die Digitalisierung

Das Bildungssystem soll zu ganzheitlichem Denken, zu nachhaltigem Handeln, zu gegenseitigem Respekt und zu verantwortungsvollem Entscheiden befähigen und Menschen die selbstbestimmte Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen, die zunehmend von einer Kultur der Digitalität geprägt ist. Sie ist damit die Grundlage für eine freie und demokratische Gesellschaft. Das heißt auch, gesellschaftliche und technologische Entwicklungen kritisch hinterfragen und einordnen zu können, um Fake News oder Verschwörungserzählungen entgegenzutreten. Digitalisierung im Unterricht bedeutet auch, dass Lehrpersonen den Umgang mit neuen Medien kritisch-konstruktiv kommentieren und auf Möglichkeiten, Grenzen und Gefahren hinweisen. Gute Schule bereitet junge Menschen auf das Leben und Arbeiten in der modernen Welt vor. Das ist zentral für die Zukunft unseres Landes. Osnabrück muss als Schulträger die Schulen bei der Entwicklung von digitalen pädagogischen Konzepten unterstützen und dafür sorgen, dass Fördermittel des DigitalPaktes Schule für eine gute IT-Ausstattung in Osnabrücker Schulen genutzt werden. Jedes Schulkind muss im Rahmen von Lernmittelfreiheit ein Tablet nutzen können. Die technische Ausstattung in der Schule, bei Lehrenden und Lernenden und zu Hause, muss aufeinander abgestimmt sein und störungsfrei funktionieren. Digitalisierung endet nicht mit dem Kauf von digitalen Geräten. Die Technik alleine und für sich genommen wird Lernen nicht revolutionieren. Es kommt darauf an, was Lehrpersonen mit der Technik machen – in welchen Situationen sie diese einschalten, wann sie diese ausschalten und dass sie funktioniert. Es braucht Fachkräfte, die für die Wartung und Pflege der EDV-Ausstattung zuständig sind. Damit dürfen die Kollegien nicht alleine gelassen werden. Jede Schule braucht ihre digitale Fachkraft für die schuleigene Netzwerktechnik, Systemwartung sowie die Verwaltung der schulisch genutzten Endgeräte. Lehrende brauchen Fortbildungsmöglichkeiten und Unterstützung im Einsatz der neuen Technik. Die Corona-Pandemie und das sogenannte Homeschooling haben deutlich gezeigt, wie groß der Nachholbedarf im digitalen Entwicklungsland Deutschland ist. Hier ist das Land Niedersachsen als verantwortliche Ebene für Bildung gefordert. Investitionsmittel sind nur ein erster Schritt, ihre Wirkung verpufft weitgehend, wenn digitale Geräte nicht zielgerichtet für besseren Lernerfolg eingesetzt werden. Die Herausforderung einer Digitalisierung der Schule zeigt sich darin, warum sie wie sinnvoll einzusetzen ist und wie der Umgang menschlich und achtsam aussehen kann. An diesem Such- und Lernprozess müssen sich alle beteiligen.

 

Berufliche Bildung zukunftsfest machen

Schüler*innen sollen in der Berufsorientierungsphase einen Einblick in die reale Arbeitswelt in einer Vielzahl von Berufen und Unternehmen erhalten. Für die Arbeitgeber*innen ist es eine große Chance, potentielle Auszubildende kennenzulernen und Werbung für sich zu machen. Ausbildende Betriebe können und sollen eine stärkere Rolle als Bildungsakteur*innen wahrnehmen. Ziel ist es, dass möglichst viele Osnabrücker Unternehmen angeregt werden, Partnerschaften mit Schulen zu schließen, denn die betriebliche Berufsausbildung ist ein wichtiges Standbein für die Qualifikation junger Menschen. Die duale Ausbildung in Verbindung mit beruflicher Weiterbildung ist als gleichwertig mit akademischer Ausbildung anzusehen und wirkt dem Fachkräftemangel in der Stadt entgegen. Betriebe müssen auch in schwierigen Zeiten motiviert werden, in qualitativ hochwertige und zukunftsträchtige Ausbildungen zu investieren. Die Stadt Osnabrück und die städtischen Unternehmen sollen weiter mit gutem Beispiel vorangehen und Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen.

Digitalisierung verändert die Welt, die Gesellschaft sowie Arbeit und Ausbildung. Nahezu alle Ausbildungsberufe sind direkt und mehr oder minder umfassend von der Digitalisierung betroffen. Ähnlich wie an allgemeinbildenden Schulen muss auch für Berufsschulen geklärt werden, welche berufsübergreifenden und berufsspezifischen digitalen Kompetenzen Berufsschüler*innen erlernen müssen und welche Bedingungen berufliche Schulen benötigen, um digitale Medien gewinnbringend in ihren Unterricht und Alltag einbinden zu können. Das wird auch Aufgaben für den Schulträger mit sich bringen. Neue Kompetenzanforderungen und hohe Innovationsdynamik machen es nahezu unmöglich, die jeweils neueste Technologie vorzuhalten. Auf der anderen Seite bieten virtuelle Lernlabore und Selbstlernphasen, Video-Lectures und Lernmanagementsysteme zwischen Berufsschule und Betrieb neue Möglichkeiten jenseits des klassischen Unterrichts. Hier müssen in den nächsten Jahren große Herausforderungen gemeistert werden. Wir setzten uns dafür ein, dass die Stadt Osnabrück ihren Teil dazu beiträgt.

Berufsbildung muss wirklich inklusiv und diskriminierungsfrei sein. Die Verankerung des inklusiven Ansatzes im Berufsbildungsgesetz ist leider noch nicht vollzogen.

Die berufliche Ausbildung war und ist ein zentraler Eckpfeiler unseres Wohlstands. Trotz Fachkräftemangels sinkt die Zahl der jungen Menschen, die eine Berufsausbildung beginnen. Für den Weg in die Klimaneutralität brauchen wir insbesondere im Handwerk für die notwendige energetische Sanierung zukünftig deutlich mehr Fachkräfte. Daher werden wir gemeinsam mit der Handwerkskammer eine Ausbildungsoffensive für diese Berufe starten.

Wenn Jugendlichen die Suche nach einem Ausbildungsplatz schwerfällt, muss die Stadt Angebote zur Unterstützung bereitstellen. Insbesondere die Berufsorientierung und die Vorbereitung auf eine Ausbildung müssen gestärkt sowie der Übergang von der Schule in eine Ausbildung qualifiziert begleitet werden. Für junge Menschen, die einen Arbeitsplatz suchen, könnte ein Jugendjobcenter eingerichtet werden. Die Jugendwerkstatt Dammstraße wollen wir als Einrichtung der Jugendberufshilfe erhalten. Alle Auszubildenden sollen ihre Ausbildung erfolgreich abschließen. Industrie, Handwerk und Berufsschulen müssen dabei an einem Strang ziehen. Der Fachdienst Bildung soll dies aktiv begleiten. Als zweiten Schritt wollen wir im Rahmen der angestrebten Zusammenarbeit mit dem Landkreis Osnabrück einen gemeinsamen Arbeitskreis für Ausbildung initiieren.

 

Bildungsregion Osnabrück schaffen

Wir wollen ein Bewusstsein für eine Bildungsregion Osnabrück schaffen. Bildung macht nicht an der Stadtgrenze halt. Bei der Schulentwicklungsplanung weiterführender Schulen soll mit unseren Nachbarkommunen das Gespräch gesucht werden. Das Ziel ist eine abgestimmte Bildungslandschaft mit Teilen des Landkreises Osnabrück. Den Anfang wollen wir mit einer besseren Zusammenarbeit im Bereich der Berufsbildenden Schulen machen, da wir hier kurzfristig die Möglichkeit sehen, zu guten Lösungen zu kommen.

 

Lebenslanges Lernen fördern

Unser Bildungsweg endet nicht mit der Ausbildung oder dem Studium. Auch nach dem Berufsleben behalten Menschen ihr Recht auf Bildung. Bildungsangebote für Menschen, die bereits eine Berufsqualifizierung abgeschlossen haben, sind für die Wissensgesellschaft im Informationszeitalter unverzichtbar. Osnabrück bietet dafür zahlreiche Angebote zur Fort- und Weiterbildung, wie beispielsweise die Osnabrücker Volkshochschule als unverzichtbares Element der Erwachsenenbildung. Wir wollen diese breit aufgestellte Bildungslandschaft erhalten, ausbauen und außerdem Qualifizierungsmaßnahmen für ehrenamtliches Engagement fördern.

Für die Osnabrücker Bildungslandschaft kann das Potenzial der Hochschulen noch stärker genutzt werden. Die in den letzten Jahren erfolgte Öffnung der Hochschule für Menschen mit Berufsausbildung und die Entstehung von Teilzeitstudiengängen ist eine Chance, die Weiterbildung und -entwicklung vieler Osnabrücker*innen zu fördern. Jetzt kommt es darauf an, diese Möglichkeiten stärker bekannt zu machen. Hierbei sollte die Stadt behilflich sein.

Gut studieren und forschen in Osnabrück

Osnabrück ist eine Hochschulstadt. Universität und Hochschule prägen die positive Entwicklung unserer Stadt maßgeblich mit. Sie sind Magneten für mittlerweile über 28.000 Studierende. Sie sind nicht nur Quelle für technische und soziale Innovationen, sondern auch für gesellschaftlichen Fortschritt. Nicht zuletzt durch die Hochschulen ist Osnabrück eine junge und dynamische Stadt mit Zukunftsperspektive.

Universität und Hochschule sind stark in die Region eingebunden. Mit ihren Studiengängen bieten sie vielfältige Möglichkeiten der Weiterentwicklung. Mit über 60 Prozent an Studierenden ohne akademischen Hintergrund an der Hochschule bietet insbesondere diese die Möglichkeit eines akademischen Bildungsaufstieges. Das hat eine wichtige sozialpolitische Bedeutung und bringt die gesamte Region weiter. Die Stadt sollte daher die Kooperation der Hochschulen mit den Schulen unserer Stadt besser fördern. Wichtig sind hierbei die Vermittlung von Zukunftskompetenzen und auch die stärkere Vermittlung von Frauen in technische Fächer oder von Männern in soziale Fächer oder Lehramtsfächer.

Die Hochschulen unterstützen mit ihrer Ausbildung auch den Wandel in der Region hin zu mehr Digitalisierung; sie sind im Rahmen der Corona-Krise schnell umgeschwenkt auf Online-Lehre und Online-Lernen. Sie fördern wichtige Kompetenzen für die Zukunft, bilden Fachkräfte zu wichtigen Fragen aus, von den Agrarwissenschaften bis zur künstlichen Intelligenz.

Mit kooperativen Forschungsprojekten unter Beteiligung von Unternehmen aus der Region fördern die Hochschulen angewandte Forschung für die Region. Der Transfer in die Region kann gestärkt werden durch die Förderung von Kooperationen. Hierbei sollte die Stadt intensiv mit den Hochschulen zusammenarbeiten. Vor diesem Hintergrund kritisieren wir die von Seiten der rot-schwarzen Landesregierung geplanten Sparmaßnahmen, die auch den Hochschulstandort Osnabrück treffen und langfristig schwächen würden. Wir brauchen keine weiteren Kürzungen, sondern Investitionen in Bildung, Wissenschaft und Forschung, denn sie sind unsere Zukunft!

 

Innovationspotenzial nutzen – Hochschulen nachhaltig stärken

Osnabrück muss weiter als Lebens- und Arbeitsort für Studierende und Akademiker*innen attraktiv sein. Nur so gelingt es uns, möglichst viele der hier hervorragend ausgebildeten Menschen langfristig an unsere Stadt zu binden. Für die demografische und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt spielen die Hochschulen daher eine zentrale Rolle. Die aktuellen Forschungsergebnisse der Hochschulen sollen stärker in die Bewältigung städtischer Herausforderungen wie Inklusion, Integration, Frühförderung und Stadtentwicklung einfließen.

 

Engagement der Hochschulangehörigen – Gewinn für Osnabrück

Gerade für die Zivilgesellschaft leisten die Angehörigen von Universität und Hochschule einen unverzichtbaren Beitrag, nicht zuletzt in der Kommunikation wissenschaftlicher Erkenntnisse wie zum Beispiel die Scientists for Future. Zugleich bereichern Studierende das kulturelle Leben der Stadt, indem sie selbst Kunst und Kultur anbieten oder über Aktivitäten ihrer Selbstverwaltung. Um die wichtige Arbeit engagierter Studierender zu unterstützen, haben wir die Fläche zwischen Mensa und EW-Gebäude für das neue Studierendenzentrum zur Verfügung gestellt.

 

Studierende unterstützen und einbeziehen

Wir stehen dafür, dass die Stadtwerke Osnabrück den Studierenden ein günstiges und attraktives Semesterticket anbieten. Studierende sind eine wichtige Zielgruppe des ÖPNV. Wir setzen uns dafür ein, dass auch weitere städtische Institutionen Studierende im Blick haben. Studierende brauchen bezahlbaren Wohnraum. Die Corona-Pandemie hat den Studierenden viel abverlangt. Studieren im Homeoffice und der Wegfall beziehungsweise die Reduzierung von sozialen Kontakten und Einkommensmöglichkeiten stellen eine große Belastung für die Studierenden dar. Wir fordern die Landesregierung auf, die Studierenden besser zu unterstützen.

Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass Osnabrück für Studierende ein attraktiver Studienort ist. Dazu gehören erschwingliches Wohnen, kulturelle und soziale Angebote und die Möglichkeit, als Neuankömmling schnell Menschen kennenzulernen. Osnabrück ist für viele Studierende – auch nach Abschluss ihres Studiums – eine neue Heimat geworden.

Termine

Projektgruppe Grünflächen und Ernährung

wir kehren zurück aus der Coronapause, treffen uns digital und planen für ein Frühlingsfest im April

 Arbeitsgruppensitzung
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Treffen der Projektgruppe "Soziale Stadt Schinkel"

Wir laden alle interessierten Menschen, ob Schinkelaner*innen oder nicht, ob GRÜNE Mitglieder oder nicht, ein mit dabei zu sein.

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BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Stadtverband Osnabrück

Kontakt:

Große Straße 55
49074 Osnabrück
Tel: 0541/24550
Mail: partei@remove-this.gruene-os.de

Sprechzeiten:

Mo bis Do 9 – 13 Uhr

und Mi 15 – 18 Uhr

Filiz Polat, MdB

Für Osnabrück im Bundestag

Volker Bajus, MdL

Für Osnabrück im Landtag

Bankverbindung:

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Osnabrück
Volksbank Osnabrück
IBAN: DE64 2659 0025 0310 6209 00
BIC: GENODEF1OSV